KV: Klimaschutz vor Ort braucht Rückenwind aus Berlin

Klimaschutz vor Ort braucht Rückenwind aus Berlin war das Thema der Kreisversammlung von Bündnis 90/DIE GRÜNEN am Montag, 28.06.21 in Miltenberg.
Jens Marco Scherf, Landrat, stellte die Klimaschutzinitiativen des Landkreises vor, wobei er vor allem auf die ganzheitliche Mobilität näher einging. Gerade bei der Umsetzung des Radwegekonzepts des Landkreises könne man gut sehen, wie wichtig eine Unterstützung von Seiten des Bundes durch Förderprogramme ist. Bei der Stärkung der Schiene und dem umfassenden Ausbau des Busverkehrs fehlt hierfür noch die Unterstützung. Verlässliche Rahmenbedingungen und wirkungsvolle Förderung sei bei der Umsetzung der Energiewende und damit des notwendigen Klimaschutzes aber unerlässlich, so Jens Marco Scherf. Er verwies auf das große Interesse der Bevölkerung an der Energieberatung des Landkreises und auf die sichtbaren Erfolge des Landkreises beim Einsparen von CO2 bei der Wärmeversorgung der Kreisliegenschaften: „Was wir brauchen ist ein verlässlicher und belastbarer Masterplan für den Weg zur Klimaneutralität in Deutschland, an dem sich nicht nur die Kommunen, sondern vor allem die Bevölkerung und unsere Unternehmen langfristig ausrichten können.“
Armin Beck, Direktkandidat für die Bundestagswahlen, betonte, dass die Bevölkerung  angesichts des Wassermangels in Unterfranken bereits sehr deutlich die klimatischen Veränderungen spüre. „Wir haben kein Erkenntnisproblem, wir haben ein Umsetzungsproblem“, so Armin Beck. Damit die Klimawende gelinge, sei es sehr wichtig, dass die Bevölkerung auch mitmache. „Der soziale Ausgleich wird die große Aufgabe sein“, stellte Beck fest. „Wir wissen, wie wichtig das Auto gerade auch für die Bevölkerung auf dem Land ist. Bündnis 90/DIE GRÜNEN wollen daher das Geld, das die Regierung durch einen höheren CO2-Preis beim Benzin einnimmt wieder an die Bürgerinnen und Bürger zurückgeben. Wir wollen damit nicht den Staatssäckel füllen, sondern die Menschen zu einer umweltfreundlicheren Mobilität motivieren“, führte Beck weiter aus.
Ein weiterer Diskussionspunkt war der Umgang mit Flächen und der Ausbau der Photovoltaik. Um möglichst wenig Ackerfläche für Photovoltaik nutzen zu müssen, müssten zum Beispiel neue Parkplätze mit Photovoltaik überdacht werden. Auch die großen, in den allermeisten Fällen vollkommen ungenutzten Dachflächen von Supermärkten könnten dafür genutzt werden, schlugen die Teilnehmenden vor. Scharf kritisiert wurde die Tatsache, dass Baugrund oftmals als Spekulationsobjekt missbraucht würde.
Autorin: Petra Münzel

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