Kreisversammlung: Die klimaangepasste Kommune

Die Auswirkungen des Klimawandels in den Kommunen mildern

 

Langanhaltende Trockenheit ist auch eine Folge des Klimawandels Bilder: Pixabay

Über die klimaangepasste Kommune referierte der Landtagsabgeordnete von Bündnis 90/DIE GRÜNEN Patrick Friedl in der vergangenen Woche in der Grünen Kreisversammlung in Miltenberg.Der Sprecher für Naturschutz und Klimaanpassung machte deutlich, dass wir bereits mitten im Klimawandel steckten. Die Temperaturen gingen seit 2000 merklich nach oben und die Erwärmung sei deutlich spürbar. Zum Beispiel sei es Ende März 2022 schon staubtrocken.
Die Folgen der Erderwärmung seien eine große Hitzebelastung, zunehmende Trockenheit, die Gefahr von Starkregen und Sturzfluten, die Überlastung des Katastrophenschutzes und eine Belastung des Gesundheits- und Pflegesystems.

Dort, wo es dicht bebaut sei, werde es sehr heiß, auch in kleineren Orten.
Das habe unter anderem zur Folge, dass die besonders verletzlichen Gruppen gefährdet seien und die Todesrate steigen würde.

Selbstverständlich müsse alles getan werden, um den Klimawandel zu stoppen. Allerdings sei es auch an der Zeit, Maßnahmen zu ergreifen, um den Auswirkungen des Klimawandels zu begegnen, so Friedl. Er schlägt den Kommunen vor, einen Hitzeaktionsplan mit integrierter Klimafunktionskarte zu erstellen. Dabei gehe es darum Maßnahmen zu ergreifen, um die Hitze abzumildern. Dies könne eine verbesserte Begrünung sein, aber auch das Anlegen von Wasserflächen oder eine bessere Beschattung von Gebäuden. Wichtig sei auch darauf zu achten, dass Kaltluftschneisen in den Kommunen nicht bebaut und dass Flächen entsiegelt würden.

Eine Folge des Klimawandels sind Überflutungen durch Starkregen

Auch das Thema Starkregen und seine Folgen sei ein Thema, das noch stärker in den Kommunen ankommen müsste. Im Gegensatz zu früher brächte nicht mehr der Main die katastrophalen Überschwemmungen, sondern die Seitentäler, so wie in den letzten Jahren zum Beispiel in Leidersbach oder in Mömlingen.

Auch wenn es schon vielen Verwaltungen in den Kommunen bekannt sei, so möchte er noch einmal eindringlich auf das Sturzflut – Management, das zu 75 % vom Land Bayern bezuschusst wird, aufmerksam machen.

Winfried Elbert, Stadtrat in Obernburg, kritisierte in der anschließenden Diskussion die Nutzung von Tiefengrundwasser durch die Industrie und forderte ein entsprechendes Verbot. Stadtrat Roland Arnold sprach als großes Problem auch die zunehmende Bebauung und Versiegelung unseres Maintals an. (Text: Petra Münzel)

Verwandte Artikel