Radverkehrsexperte Uwe Petry aus Darmstadt zu Gast in Miltenberg

Zu wenig Fahrräder, um als geschlossener Verband zu gelten, aber ganz schön viele – so charakterisierte Radverkehrsexperte Uwe Petry die bunte Gruppe, die sich zur verkehrspolitischen Radtour am 26.10.2019 durch die Straßen Miltenbergs zusammengefunden hatte. Eingeladen hatte der Miltenberger Ortsverband der Grünen und die Grüne Bürgermeisterkandidatin Sabine Stellrecht-Schmidt, gekommen waren Kommunalpolitiker von Grünen und anderer Gruppen, aber auch interessierte BürgerInnen.

Uwe Petry, Inhaber des Planungsbüros VAR+ und Radverkehrsexpert, forderte zu Beginn dazu auf, die Rolle des Radverkehrs bei der Verkehrswende wichtig zu nehmen. Dank Elektro-Unterstützung könnten Wege bis 15 km im Alltag mit dem Rad zurückgelegt werden. Innerhalb der Ortschaften müsse der Autoverkehr zurückgehen und 25% der Wege mit dem Fahrrad zurückgelegt werden (nochmal so viel zu Fuß).  Auch Transporte seien gut möglich – ein Teilnehmer war auch mit dem Lastenrad gekommen. Viele Untersuchungen zeigten, dass diese Veränderungen die Läden in der Innenstadt und die Lebensqualität für Bewohner und Besucher stärkten. Das fanden die Teilnehmer speziell für Miltenberg einen wichtigen Aspekt.

Dann ging es mit dem Rad zu  verschiedenen Punkten, an denen die Teilnehmer Hindernisse und Gefahren für Radfahrer wahrnahmen oder aus ihrer Erfahrung berichteten.

Gute, leider aber mehr schlechte Beispiele wurden auf der ganzen Strecke gefunden – der Bahnhof mit seinem Vorplatz, die Kreuzungen Mainstrasse/Ankergasse, Ankergasse/Hauptstraße, Würzburger Tor, Eichenbühler Straße beim Outlet Center, Kreisel bei Mc Donalds, die Gartenstrasse als Strecke, die Kreuzung am Engelplatz, der Busparkplatz hinter der Alten Volksschule, Strassenquerung beim Hallen- Freibad, Ehrlerstrasse, Kreuzung am Spielplatz/Einfahrt in die Einbahnstraße zur Realschule und schließlich der Bahnübergang in Nord.

Petry konnte an jeder Stelle Möglichkeiten nennen, wie die Sicherheit und der Verkehrsfluss für Radfahrer verbessert werden könnte – z.B. mit Fahrradstraßen, weiteren Schutzstreifen, Querungshilfen auch für Fußgänger oder einfach auf die Fahrbahn gemalten Radsymbolen. Er wies darauf hin, dass die Stadt auf einem guten Weg sei – einige gute Maßnahmen aus dem Radverkehrskonzept seien klar erkennbar. Trotzdem gebe es noch viel zu tun.

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