Positionspapier der Frauen des Kreisverbandes zum Internationalen Frauentag 2016

Trotz Fortschritte zum Beispiel in der Bildung gibt es noch erhebliche Defizite bei der Gleichstellung von Frauen und Männern

Hier sind zwei Beispiele:

Main-Echo vom 03.03.16:

Männer verdienen weit mehr als Frauen

Die Lohnkluft zwischen Männern und Frauen ist in Deutschland so groß wie in keinem anderen Land Europas:

Im Schnitt kommen sie auf 21,6 Prozent weniger als die Männer (Teilzeit, schlechter bezahlte Dienstleistungsberufen, wenige Frauen in den besonders üppig vergüteten Chefetagen der Unternehmen)

Bereinigt (die tatsächlich vergleichbaren Qualifikationen, Tätigkeiten und Erfahrungen werden zugrunde gelegt) schmilzt der Lohnunterschied, es bleiben aber immerhin noch durchschnittlich 7 Prozent Unterschied übrig. Das dürfte eigentlich nicht sein, weil eine ungleiche Vergütung nach dem geltenden Antidiskriminierungsgesetz nicht zulässig ist.


Anteil der Frauen in den Kommunalparlamenten im Landkreis Miltenberg

Kleinwallstadt: 20 Gemeinderatsmitglieder davon 5 Frauen (3 CSU, 1 SPD, 1 Grüne)

Erlenbach: 24 StadträtInnenn davon 3 Frauen (1 CSU, 1 SPD, 1Grüne)

Obernburg: 20 StadträtInnen, davon 2 Frauen (1 CSU, 1 FW)

Miltenberg: 20 StadträtInnen, davon 5 Frauen (2 CSU, 2 SPD, 1 FDP)

Niedernberg: 16 GemeinderätInnen, davon 4 Frauen (2 CSU, 1 FW, 1 IMUN)

Klingenberg: 20 GemeinderätInnen, davon 6 Frauen (3 CSU, 2 Grüne, 1 FW)

Kreistag: 60 KreisrätInnen davon 15 Frauen (6 CSU, 3 SPD, 4 Grüne, 1 FW,1 ÖDP)

 

Folgende Vorhaben wollen wir im Landkreis bis zum nächsten Internationalen Frauentag 2017 anpacken

Interesse von jungen Frauen für die Politik wecken

Situation: Der Anteil von Frauen in den Kommunalparlamenten ist viel geringer als der Anteil der Männer. Dadurch fehlt in den Gremien der weibliche Blick. Das Interesse von Frauen für die Politik scheint aber zurückzugehen, statt zu wachsen.

Unser Ziel:

Die Gleichstellungsbeauftragte organisiert im Landratsamt eine Veranstaltung für junge Frauen zum Thema: Partizipation von jungen Frauen in der Politik.

Durch eine interessante Organisationsform soll unter anderem den Fragen nachgegangen werden:

Inwieweit sind junge Frauen politisch aktiv? Wenn sie es noch nicht sind: Können sich junge Frauen vorstellen, politisch aktiv zu werden? Was hindert junge Frauen an einem politischen Engagement? Unter welchen Bedingungen können sich junge Frauen ein politisches Engagement vorstellen?


Ein geschlechtergerechtes Sprachbewusstsein

Sprache bildet die Wirklichkeit nicht nur ab, Sprache schafft auch Wirklichkeit. Durch eine ausschließlich männlich geprägte Sprache werden Frauen und ihre Leistungen und Interessen unsichtbar gemacht. Wir akzeptieren nicht, dass Frauen „mitgemeint“ sind. Es ist absolut notwendig, dass Frauen und Männer explizit genannt werden.

Situation: Seit der Amtszeit von Jens Marco Scherf als Landrat hat sich die Verwendung einer frauengerechten Sprache stark verbessert, zum Beispiel in den Sitzungsvorlagen.

Unser Ziel ist, dass in allen Veröffentlichungen des Landkreises (Blickpunk MIL, Homepage, Pressemitteilungen etc.), in allen Sitzungsunterlagen, Satzungen, Schreiben etc. eine geschlechtergerechte Sprache verwendet wird.

 

Parität bei der Vergabe der Ehrenplaketten und der Ehrenpreise des Landkreises Miltenberg

Situation: Am Mittwoch, 02.03.2016 fand der Ehrenabend des Landkreises statt.

Positiv war, dass der Sonderpreis des Landrats an eine Frau vergeben wurde.

Bei der Verleihung der Ehrenplaketten waren unter den 18 zu Ehrenden lediglich 6 Frauen, also 1/3. Hier gibt es noch viel Luft nach oben.

Unter den Trägern des Ehrenpreises gab es überhaupt keine Frau. Hier gibt es noch mehr Luft.

Unser Ziel:

Bei offiziellen Ehrungen muss die Leistung der Frauen im Ehrenamt angemessen berücksichtigt werden, indem auch hier auf Parität geachtet wird. Die Satzungen müssen unter dem Aspekt überarbeitet werden, dass auch die spezifische Art und Weise, in der Frauen Ehrenämter übernehmen, Berücksichtigung finden.

 

 

 

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