Bericht zur Veranstaltung der Grünen zum Weltfrauentag am 08. März 2016

Zeitungsartikel von Ruth Weitz, erschienen im Boten vom Untermain am 12.03.2016 (gekürzte Fassung)

3-Punkte-Forderung zum Internationalen Frauentag

Obernburg. Zum internationalen Frauentag am Dienstag, 8. März, hatte der Kreisverband Miltenberg von Bündnis 90/Die Grünen unter Vorsitz von Sabine Stellrecht-Schmidt eine politische Veranstaltung in Obernburg initiiert, die sich um die Situation von Frauen über die Jahrhunderte hinweg drehte und die in eine Drei-Punkte- Forderung an Landrat Jens Marco Scherf als Chef der Landkreis-Verwaltung mündete.

Bevor sich die 15-köpfige Frauenrunde im Gasthaus Zum Karpfen zusammensetzte, um in entspannter Atmosphäre zu diskutieren und die eigenen Erlebnisse Revue passieren zu lassen, wurde die Delegation mit dem „Quoten-Mann“ Jens Marco Scherf in einer halbstündigen Führung durch Obernburg auf Basis des Stadtführers „Obernburg mit langen Wimpern“ von Ruth Weitz auf das Thema eingestimmt. Von der Römerzeit bis übers Mittelalter, die beginnende Industrialisierung im 19. und 20. Jahrhundert bis in die Gegenwart wurde die Situation von Frauen in den einzelnen Epochen beleuchtet.

Kreisrätin Petra Münzel stellte fest: „In der Bildung ist wirklich schon die Gleichstellung erreicht, hier haben die Frauen die Männer bereits überflügelt“. Im Arbeitsleben und in der Besetzung von Führungspositionen, in Politik und Gesellschaft seien allerdings noch viele Baustellen zu schließen. Deutlich mehr Frauen als Männer arbeiteten im Niedriglohnbereich oder könnten aufgrund ihrer persönlichen Lebensumstände nur einer Teilzeitbeschäftigung nachgehen. „Unterm Strich haben Frauen 22 Prozent weniger Einkommen als Männer“, so die Kreisrätin.

Was Münzel, den politisch aktiven Frauen und auch Landrat Jens Marco Scherf auf den Nägeln brennt, ist die geringe und laut Münzel schleichende Abnahme des Frauenanteils in den Gemeinde- und Stadträten und auch im Kreistag. Sie legte ein Drei-Punkte-Programm vor, in dem die Öko-Partei fordert, die Gleichstellungsstelle im Landratsamt zu beauftragen, Veranstaltungen zu konzipieren, um junge Frauen für das kommunalpolitische Engagement zu begeistern.  Im zweiten Punkt wird ein geschlechtergerechtes Sprachbewusstsein gefordert, die sich in den Veröffentlichungen des Landratsamtes widerspiegelt. „Bei offiziellen Ehrungen muss die Leistung der Frauen im Ehrenamt besser berücksichtigt werden“, so die von Münzel formulierte dritte Forderung ihres Kreisverbandes.

„Diese Forderungen kann ich voll unterschreiben“, sagte der Landrat, als ihm Sabine Stellrecht-Schmidt das 3-Punkte Programm überreichte.  „Beim internationalen Frauentag im nächsten Jahr werden wir überprüfen, was daraus geworden ist“, sagte Münzel.

 

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