Klimaschutz im Landkreis

Klimaschutz im Landkreis – gut überlegt, vernetzt und klar durchdacht

 

Mit den Klimaschutzmaßnahmen im Landkreis Miltenberg beschäftigte sich die Kreistagsfraktion von Bündnis 90/DIE GRÜNEN bei ihrer Sitzung am Donnerstag, 03.03.2022 in Miltenberg. Als Gäste nahmen die Mitglieder des Kreisvorstandes teil.

Der Klimaschutzmanager des Landkreises, Sebastian Randig, gab der Kreistagsfraktion zunächst einen Überblick über die Maßnahmen zur Erreichung der bundes- und bayernweiten Klimaziele. Er machte dabei auch die Dimension der zukünftigen Aufgaben deutlich. So sei in den kommenden acht Jahren eine Verdoppelung der regenerativen Energieerzeugung aus Wind und Sonne und eine Vervierfachung der Ausbaugeschwindigkeit bis 2035 notwendig, um die Ziele der Bundesregierung zu erreichen. Dabei werde das Thema Freiflächen-Photovoltaik noch intensiv diskutiert werden.

Landrat Jens Marco Scherf begrüßte daher den Leitfaden für Freiflächen-Photovoltaik der Regierung von Unterfranken. Jens Marco Scherf: „Wir brauchen die Dächer und die Freiflächen, aber nicht willkürlich.“ Der Leitfaden gebe eine gute Entscheidungsgrundlage in den Kommunen.

 

Enorme Erfolge bei der Reduktion der Treibhausgase konnten bei den landkreiseigenen Liegenschaften durch die Gebäudesanierungen zahlreicher Schulgebäude und den Austausch der Wärmeerzeugung, zuletzt 2021 im Landratsamt in der Brückenstraße, erreicht werden. Äußerst positiv wirkte sich dabei auch die Wärmebereitstellung durch die FRIPA für das Schulzentrum in Miltenberg-Nord aus. Durch verschiedene Maßnahmen konnten in allen Liegenschaften des Landkreises seit 1990 eine Energieeinsparung von 41% und eine CO2-Einsparung von 70 % erreicht werden.

Landrat Jens Marco Scherf erinnerte daran, dass weitere Sanierungen anstünden, so die Sanierung der beiden Turnhallen des Johannes-Butzbach-Gymnasiums, der beiden Turnhallen des Hermann-Staudinger-Gymnasiums und die umfassende Generalsanierung der Berufsschulen. Auch das Photovoltaik – Ausbauprogramm auf kreiseigenen Liegenschaften werde fortgeführt, im Jahr 2022 durch die Erneuerung der Anlage auf der Heinrich-Ernst-Stötzner-Schule.

 

Auch über den Stand des Prozesses hin zur klimaneutralen Verwaltung berichtete Sebastian Randig. So werde aktuell der CO2-Fußabdruck der Verwaltung erfasst, um ihn anschließend auszuwerten und Maßnahmen zur Reduktion der Klimagase ermitteln zu können. Parallel dazu werde durch die Energieagentur Bayerischer Untermain ein neues Konzept zur Klimaneutralstellung des Landkreises und der Region Bayerischer Untermain auf den Weg gebracht. Egal ob es um die klimaneutrale Verwaltung oder den klimaneutralen Landkreis geht, so Jens Marco Scherf, muss uns die Dimension der Herausforderung klar sein: „Das geht nicht mit Einzelmaßnahmen, sondern verlangt ein gut überlegtes, vernetztes und klar durchdachtes Vorgehen, weshalb wir neben dem Willen auch die entsprechenden belastbaren Konzepte brauchen“, warb Jens Marco Scherf für ein vollkommen neues Konzept für die Klimaneutralstellung des Landkreises Miltenberg.

 

In der anschließenden Diskussion stand vor allem das Thema Freiflächen-Photovoltaik im Mittelpunkt. Kreisrätin Dr. Nina Schüßler schlug vor, bereits versiegelte Flächen wie zum Beispiel geeignete Straßenabschnitte mit Photovoltaikanlagen zu überbauen. Kreis- und Stadträtin Sylvia Deckert sieht in Gewerbegebieten ein enormes Potential. So könnten zum Beispiel alle neu zu bauenden Supermärkte zunächst zwei Geschosse mit Wohnungen und dann darauf eine Photovoltaikanlage erhalten. Auch die Abwärme aus den Gefrier – und Kühlschränken der Supermärkte könnten für diese Wohnungen genutzt werden.

Petra Münzel berichtete über die Möglichkeit den Energiemonitor, den es für den Landkreis gibt, auch für die einzelnen Kommunen einzurichten. Dies gebe es zum Beispiel für Kleinwallstadt und auf Initiative der Grünen Stadtratsfraktion in Erlenbach auch in den EZV-Städten Erlenbach, Wörth und Obernburg. Dies sei eine sehr gute Plattform, um die Energiewende auch in den einzelnen Kommunen transparent zu machen.

Kreisrätin Petra Münzel berichtete weiterhin, dass die Kreistagsfraktion der Grünen zwei Anträge erarbeitet habe. Diese betreffen zum einen die nachhaltige Beschaffung und zum anderen die Wertstoffhöfe und werden gemeinsam mit Freien Wählern, SPD, Neue Mitte, FPD, ödp und die Linke eingebracht.

 

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