Gesunder Menschenverstand und passendes Wertefundament

Von links nach rechts, obere Reihe: Harald Fischmann, Patrick Wagner, Joachim Schneider, Mattis Fischmann, mittlere Reihe: Oliver Rieger, Frank Zimmermanns, Pablo Calvo Bernal, Carla Pollinger, nächste Reihe: Rebekka Völker, Judith Mündel-Hechtfischer, Andrea Jans, untere Reihe: Stefani Lang, Daniela Bachmann, Bican Kiran, Margit Bystrek und Saskia Weinkötz es fehlen Hans-Jürgen Schelleter, Anke Zimmermann, Jasmin Hetz und Günther Danigel

Die Klingenberger Grünen haben eine paritätische Liste mit Bewerberinnen und Bewerbern aus allen drei Stadtteilen beschlossen. Die Aufstellungsversammlung der Bündnisgrünen in Klingenberg schickt hierzu am Wahltag 15. März bewährte Kräfte auf den Spitzenplätzen ins Rennen.

Die ersten drei Listenplätze werden von den amtierenden Stadträtinnen und Stadträten besetzt. Die auf Platz 1 kandidierende Selbstständige Stefani Lang kritisierte in ihrer Bewerbungsrede v.a. die Jugend- und Familienpolitik der Stadt, was sie – wie die auf Platz 7 kandidierende Physiotherapeutin Saskia Weinkötz – v.a. mit der Schulschließung in Röllfeld belegte. Allerdings betonte sie auch klar, dass sie in einer erneuten Amtszeit das immer noch existente Stadteildenken in Klingenberg bekämpfen wolle.

Ortsprecher und Versammlungsleiter Harald Fischmann, der auf Platz 2 kandidiert, zog diesbezüglich das Fazit, dass eine freiwillige Angabe zum Stadtteil, in der die Kandidatinnen und Kandidaten jeweils wohnen, für die man sich mit knapper Mehrheit am Anfang der Aufstellungsversammlung entschieden hatte, dazu dienen soll, zu dokumentieren, dass im Gegensatz zu Mitbewerber-Listen alle drei Stadtteile auf der grünen Liste vertreten sind. Gymnasiallehrer Fischmann zeigte sich hocherfreut, dass es wieder gelungen sei, die Liste paritätisch, also abwechselnd mit Frauen und Männern zu besetzen. Wie in ökologischen Fragen meinte der Ortsprecher mit einem Seitenhieb auf die gescheiterte 40-Prozent-Quote für Frauen bei der CSU sei es eben auch im Bereich der Gleichberechtigung: „Die einen reden darüber, die anderen leben es“. In seiner Bewerbungsrede machte er selbstkritisch deutlich, dass es in der Vergangenheit bei vielen Punkten nicht gelungen sei, Mehrheiten zu organisieren. Oftmals sei man mit den eigenen Anträgen mit einer oder zwei Stimmen zu wenig gescheitert. Wer also wolle, dass eine nachhaltige, klimafreundliche und generationengerechte Politik in Klingenberg umgesetzt wird, der müsse dafür Sorge tragen, dass es im nächsten Stadtrat mehr als die bisherigen vier Vertreterinnen und Vertreter der Grünen gibt.

Die auf Platz 3 kandidierende Gymnasiallehrerin Judith Mündel-Hechtfischer mahnte an, dass v.a. die Ortskerne wieder zu attraktiven Lebensmittelpunkten werden müssten. Neben den drei erwähnten Kandidatinnen und Kandidatinnen bringt auch das auf Platz 4 kandidierende grüne Gründungsmitglied Joachim Schneider Erfahrungen als Stadtrat mit, weil der Nachhilfelehrer bereits in Erlenbach dieses Amt bekleidete. Über Erfahrung in Kommunalwahlkämpfen verfügt auch die Musiklehrerin Andrea Jans (Platz 5), die zusammen mit der ehemaligen Lehrerin Carla Pollinger (Platz 9) auch die Interessen der älteren Generation vertreten wolle, die nach Aussage Pollingers in ihrem politisches Denken immer öfter die durch den Klimawandel beeinflussten Zukunftschancen ihrer Enkelinnen und Enkel im Blick hat.

Die „neuen Gesichter“ bei den Klingenberger Ortsgrünen, der technische Redakteur Oliver Rieger (Platz 6) und der Software-Entwickler Hans-Jürgen Schelleter (Platz 10), sehen es als ihre Bürgerpflicht an, angesichts der politischen Herausforderungen weltweit, aber auch in Klingenberg mit dem Engagement für die Grünen Flagge zu zeigen. Rieger, der mit einer chinesischen Staatsbürgerin verheiratet ist, will sich gemäß seinem Slogan „Zukunft statt Herkunft“ zudem besonders für die Belange ausländischer Mitbürgerinnen und Mitbürger einsetzen. Das Engagement bei der Integration der Geflüchteten ist Grund für die Fachreinigungskraft Margit Bystrek (Platz 15) auf der grünen Liste zu kandidieren. Sie habe hier viele nette Menschen kennen gelernt, von denen sie erst hinterher erfahren habe, dass die sich bei den Grünen engagieren.

Bauleiter Frank Zimmermanns (Platz 8) und Bauzeichner Bican Kiran (Platz 14) sehen in Klingenberg Stillstand und regen an, diesen mit ihrer Hilfe durch ihr Know-how im Baubereich aufzubrechen. Die auf Platz 11 kandidierende Bürokauffrau Daniela Bachmann, die bei der letzten Wahl die gleiche Stimmenanzahl wie Judith-Mündel Hechtfischer erzielte und zu deren Gunsten auf einen Losentscheid verzichtete und sich zusammen mit ihr im Arbeitskreis Fair-Trade-Kommune engagiert, sieht die Grünen aufgrund der hier vertretenen Werte als die Fraktion ihres Vertrauens. Ähnlich sehen es die Zahnarzthelferin Rebekka Völker (Platz 13), Geschäftsführer Pablo Calvo Bernal (Platz 16), die Osteopathin Jasmin Hetz (Platz 19), der Angestellte Günther Danigel (Platz 20) und Gymnasiallehrerin Anke Zimmermann (Platz 17). Die zuletzt genannte Hobbyimkerin sorgt sich v.a. um das für die Grünen klassische Thema Umwelt- und Artenschutz. Für den Mittelstand macht sich der auf Platz 18 gewählte Geschäftsführer Patrick Wagner stark. Auf Platz 12 wurde der mit 18 Jahren mit Abstand jüngste Listenkandidat Mattis Fischmann gewählt. Der FSJ-ler und Sprecher der grünen Kreisjugend will laut Bewerbungsrede „die Welle der jugendlichen Begeisterung für grüne Themen nach Klingenberg schwappen lassen“.

Zu Ersatzkandidaten wurden die Hausfrau Susanne Wagner und der Wirtschaftsingenieur Julian Weinkötz gewählt, Beauftragte für den Wahlvorschlag wurde die Ortsprecherin Annette Rüttger. Sprecher Fischmann bedankte sich am Ende für das Engagement aller Beteiligten, das in einer Zeit, in der selbst Kommunalpolitiker anonym mit dem Tod bedroht würden, keine Selbstverständlichkeit darstelle. In seinen Augen lief die Versammlung nicht nur atmosphärisch, sondern auch abstimmungstechnisch sehr harmonisch ab: Alle Wahlergebnisse und anderen Entscheidungen mit Ausnahme der bereits erwähnten Angabe des Wohnstadtteils wurden einstimmig gefällt. Er schob das auf die notwendige Transparenz, da Listenvorschläge im Vorfeld nicht in irgendwelchen Hinterzimmern durch eine Vorstandschaft bestimmt worden seien, sondern gemeinsam in einer Ortsversammlung ausgearbeitet worden seien.

Stadtratsliste
1 Steffi Lang 58 Organistin, Stadträtin
 2 Harald Fischmann 51 Gymnasiallehrer, Stadtrat
 3 Judith Mündel-Hechtfischer 60 Gymnasiallehrerin, Stadträtin
 4 Joachim Schneider 58 Nachhilfelehrer
 5 Andrea Jans 60 Musiklehrerin
 6 Oliver Rieger 50 Technischer Redakteur
 7 Saskia Weinkötz 35 Physiotherapeutin
 8 Frank Zimmermanns 55 Bauleiter
 9 Carla Pollinger 64 Lehrerin i.R.
10 Hans-Jürgen Schelleter 66 Software-Entwickler
11 Daniela Bachmann 55 Bürokauffrau
12 Mattis Fischmann 19 Abiturient im FSJ
13 Rebekka Völker 34 Zahnarzthelferin
14 Bican Kiran 55 Bauzeichner
15 Margit Bystrek 54 Reinigungsfachkraft
16 Pablo Calvo Bernal 35 Geschäftsführer
17 Anke Zimmermann 41 Gymnasiallehrerin
18 Patrick Wagner 51 Geschäftsführer
19 Jasmin Hetz 35 Osteopathin
20 Günther Danigel 63 Angestellter
E Susanne Wagner 51 Hausfrau
E Julian Weinkötz 30 Wirtschaftsingenieur

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