Joachim Schneider, Direktkandidat Landtagswahl

Folie1Joachim Schneider, von Geburt an genannt Jochen, Datenbankorganisator, 55 Jahre alt, verheiratet, 2 Kinder, 1 Enkel, 2 Schildkröten, wir wohnen in Klingenberg.

Reicht das schon als Vorstellung? Sicherlich nicht, denn ich hoffe, dass Ihr Euch auch für meine politischen Vorstellungen interessiert; denn wenn ich mich umschaue: Der Meeresspiegel steigt, der CO2-Anteil in der Luft erhöht sich und die Ausbeutung von Mensch, Umwelt und Ressourcen nehmen immer mehr zu.

Und in Bayern? In Bayern verschwinden jeden Tag 18 Fußballfelder unter Asphalt und Beton. Es reicht! Wir brauchen endlich eine gesetzliche Grenze für den Flächenverbrauch um die Betonflut einzudämmen. Deshalb unser Volksbegehren gegen den Flächenfraß.

Weniger natürliche Flächen bedeutet weniger Lebensräume für Tiere und Pflanzen. Schon heute gibt es einen dramatischen Schwund vor allem bei Insekten und Vögeln. Versiegelte Flächen führen zu mehr Überschwemmungen. Während in Wiesen und Wäldern das Regenwasser versickert und erst nach und nach in die Bäche und Flüsse fließt, wird es auf Beton und Asphalt sofort in die Gewässer geleitet. Bei starken Regenfällen können die Bäche und Flüsse die Wassermassen nicht mehr aufnehmen und es kommt zu Überschwemmungen. Der Flächenverbrauch ist ein Problem für die Landwirtschaft. Neue Gewerbegebiete oder Straßen gehen stets zu Lasten von Acker- und Weidefläche. Weil die meisten neuen Gewerbegebiete und Einkaufszentren fernab der Ortszentren entstehen, machen dort immer mehr Geschäfte dicht. Bäcker, Metzger, Lebensmittel- und Bekleidungsläden verschwinden und ein Ortszentrum wie in meiner eigenen Heimatstadt Klingenberg verödet. Menschen, die über kein Auto verfügen, werden von der Versorgung abgeschnitten. Und vor allem ändert sich das Landschaftsbild: Es dominieren Gewerbegebiete, Einkaufszentren und Logistikhallen ─ nicht mehr über Jahrhunderte gewachsene Städte und Dörfer und Kulturlandschaft.

Die Bundesregierung will mit ihrer nationalen Nachhaltigkeitsstrategie den Flächenverbrauch in Deutschland auf 30 Hektar beschränken. Wir halten das für ein sinnvolles Ziel. Der bayerische Anteil an diesen 30 Hektar beträgt 5 Hektar. Ich finde, diese Beschränkung muss machbar sein! Bitte denkt daran im Sommer 2018 für unser Volksbegehren in den Rathäusern zu unterschreiben!

Volksbegehren sind ein Weg der Demokratie. Ein anderer sind Wahlen: Die nächste Landtagswahl ist am 14. Oktober 2018, ein Monat nach Ende der bayerischen Sommerferien. Wir brauchen da starke GRÜNE im Landtag, denn die derzeit alleinherrschende CSU-Regierung tritt beim Umbau auf erneuerbare Energien massiv auf die Bremse:

  • Die 10-H-Regelung von Seehofer verhindert den Ausbau der Windkraft,
  • Die Photovoltaikförderung schrumpft immer weiter zusammen und
  • Der Kohleausbau wird bundesweit so sehr gefördert, dass umgerechnet pro Beschäftigen und Monat etwa 4500 € fließen

und da soll noch eine oder einer behaupten man könne ein GRÜNEs Grundeinkommen nicht finanzieren. Abschmettern – nicht prüfen – totschweigen, das sind Strategien der CSU. Und rechts von ihr soll es dann noch eine weitere Partei im Landtag geben? Nein danke. Tiefbetroffen gemacht haben mich schon die menschenverachtenden Töne im Deutschen Bundestag, die durch den Einzug der AfD plötzlich salonfähig geworden sind. Wenn ein Herr Gauland im Wahlkampf von einer Entsorgung eines Menschen spricht, werden wir unweigerlich an Zeiten erinnert, wo Nazis unvorstellbares Leid anderen Menschen zugeführt haben. Von unserer Informationsfahrt nach Auschwitz in diesem Jahr haben meine Frau und ich noch furchtbare Bilder im Kopf.

Stehen wir GRÜNEN lieber auf und engagieren uns im Wahlkampf, überzeugen Menschen von unseren Ideen einer lebenswerten Zukunft und schaffen es damit vielleicht die AfD bei der Bayerischen Landtagswahl unter 5% zu halten.

Auch die stetig sinkende Wahlbeteiligung macht mir zu schaffen. Dabei gibt es echte demokratische Wahlen nach unseren Maßstäben nur in einem Drittel aller Staaten dieser Welt. Seien wir froh, dass wir zu diesem Drittel gehören und werben wir auch für die Teilnahme an der Landtagswahl an sich.

Auch in der innerparteilichen Struktur unterscheiden wir GRÜNEN uns deutlich von den anderen aussichtsreichen Parteien, die zur Landtagswahl antreten: Viele Delegiertenstufen bei den anderen Parteien sorgen dafür, dass eine Aufstellungsversammlung aus vielen Abgeordneten besteht, die sich dann einfach selber wieder aufstellen und die einfachen Parteimitglieder haben wenig Mitwirkungsmöglichkeiten. Bei uns GRÜNEN dagegen entscheidet nur die Kreismitgliederversammlung, wer als Delegierte/r an der Aufstellungsversammlung teilnehmen darf und dort wird echt basisdemokratisch Platz für Platz gewählt und jede/r kann sich bewerben. Also kein Abnicken einer von Parteioberen vorgefertigten Liste wie bei anderen Parteien.

Unsere Listen sind paritätisch besetzt: Frau – Mann – Frau – Mann usw. und warum? Weil unsere Gesellschaft trotz über 100 Jahren Frauenpolitik noch immer nicht bei echter Gleichberechtigung angekommen ist. Es bedarf leider immer noch eines Equal Pay Day, um daran zu erinnern, dass Frauen auch in Bayern immer noch nicht für die gleiche Arbeit auch den gleichen Lohn erhalten. Auch bei Aufstiegschancen hat Bayern noch einiges aufzuholen: An bayerischen Gymnasien beispielsweise unterrichten zwar mehr Lehrerinnen als Lehrer, unter den Direktoren gibt es jedoch nur ein Fünftel Direktorinnen.

Auch hier gilt es Veränderungen zu bewirken und ich hoffe auf Eure Unterstützung und freue mich über jede Stimme.

Euer

Joachim Schneider

Vorstellungsrede in der Aufstellungsversammlung am 8.12.2017 in Obernburg