Nicht so ängstlich, Herr Seehofer!

Fraktion Bündnis 90/Die Grünen im Kreistag Miltenberg zeigt Enttäuschung, aber auch Kampfeslust

„Sieht so die Erkundung des Bürgerwillens im Spessart aus?“, fragt sich Fraktionssprecher Ansgar Stich, wenn ohne Bürgerentscheid in der betroffenen Region und ohne weitere Analyse der beauftragten Studien der Spessart aus der engeren Wahl zum dritten Nationalpark in Bayern geworfen wird. Alle Naturschutzverbände betonten den „besonders schützenswerten Charakter des Spessart, fachlich ist es ein Rätsel, warum ausgerechnet dieses Gebiet ausscheidet.“

Oder liegt es am heftigen und teils populistisch-rabiat geführten CSU-internen Widerstand durch Innenstaatssekretär Eck und MdL Winter, dass der „Ministerrat gegen jede naturschutzfachliche Expertise“ gegen den Spessart entscheiden, fragt Kreisrätin Marion Becker.

Kreisrätin Nina Schüßler stellt fest, dass auch in anderen Regionen der Nationalpark nicht über Nacht kam. „Wir haben den längeren Atem im Kampf für eine lebenswerte Umwelt unserer Nachkommen, mit uns müsst ihr noch rechnen!“, betont sie kämpferisch.

Kreisrätin Petra Münzel und Kreisrätin Hannelore Kreuzer sind neben der Fehlentscheidung in der eigentlichen Sache auch vom Verfahren enttäuscht: Der Ministerrat hat mit diesem abgehobenen und nicht dem Mehrheitswillen in der Region entsprechenden Verfahren „der politischen Kultur in unserem Freistaat schweren Schaden zugefügt“, so Petra Münzel. „Das fällt noch auf die Politik insgesamt zurück“, fürchtet Hannelore Kreuzer.

Fraktionssprecher Ansgar Stich fordert die Landesspitze der CSU auf, „nicht auf die Egoismen einzelner CSU-Funktionsträger zu setzen, sondern im Sinne der Gesamtbevölkerung dieser Region die Idee von nutzungsfreien Waldgebieten weiterzuverfolgen und die Tür zu einem Nationalpark Spessart nicht endgültig zuzuwerfen.“ Es gelte zudem ja auch noch die nationale Biodiversitätsstrategie umzusetzen, die insgesamt 5% nutzungsfreie Wälder vorsieht und hinsichtlich der das Land Bayern weit zurückliege: „Wir in Bayern können mehr, Herr Seehofer! Nicht so ängstlich!“