Neujahrsempfang 2017

Über 100 Personen aus den unterschiedlichen politischen und gesellschaftlichen Gruppen waren Gäste beim Neujahrsempfang der Grünen in der Kochsmühle in Obernburg, der bestens organisiert war vom grünen Ortsverband unter der Federführung von Marion Becker und Eva Rother.

Musikalisch umrahmt wurde die Veranstaltung von der Rockband Rosedale und mit Sängerin Petra Frohnhöfer und dem Multi – Kulti – Quartett mit Lynn Hills, Tanja Knieriem, Isha Ertougur und Gamze Günbay- Moderiert wurde der Neujahrsempfang vom Kreissprecher Marcel Schmidt.

Gastrednerin war die Europaabgeordnete Barbara Lochbihler. Sie stellte ihre Rede unter das Motto: Wie weiter mit Europa? Ihr Plädoyer: JA zu Europa, aber MUT zu Veränderung.

Barbara 1 kleinBarbara Lochbihler machte deutlich: „Es geht in den kommenden Monaten nicht um ein bisschen mehr oder weniger Europa … sondern ums Ganze. … Wir müssen aufzeigen, dass viele Probleme unserer Zeit keine Grenzen kennen. Den Klimawandel wird Luxemburg nicht im Alleingang aufhalten, die Flüchtlingspolitik ist nicht nur Sache der Griechen, und Steuerflucht bekämpfen wir nicht nur in Berlin oder Frankfurt.“

Die grüne Europaabgeordnete forderte aber auch eine kritische Analyse und sieht die Grünen bestens gerüstet: „ Glaubwürdiger als wir Grüne könnte diesen Spagat aus pro-europäischer Grundhaltung und kritischer Analyse kaum eine politische Bewegung vermitteln. Wir Grüne waren es, die wir uns bereits 2004 in der Europäischen Grünen Partei zusammengeschlossen haben….Europa war nie ein Ziel per se, sondern immer ein Instrument zur Durchsetzung progressiver Zukunftspolitik. Wenn, wenn nicht wir, ist denn programmatisch auf berechtigte Sorgen wir Altersarmut, Jugendarbeitslosigkeit und die Ungerechtigkeit in unserer Gesellschaft vorbereitet? Seit jeher fordern wir die Erneuerung jenes Wohlstands – und Sicherheitsversprechens, das immer schon zentraler Bestandteil des europäischen Projekts war – durch eine ökologisch – soziale Transformation unserer Wirtschaft und Gesellschaft. Und seit jeher fordern wir Transparenz und demokratische Teilhabe.“

Abschließend führte sie aus: „Haltung, womöglich ist das ja das richtige Leitmotiv für das Wahljahr 2017, auf das wir heute anstoßen sollten.

Haltung, wenn wir mit unseren Bekannten und Freunden diskutieren, oder auch mit Mitmenschen, die uns weniger nahe stehen.

Haltung, wenn es um unsere politischen Visionen geht, die doch so viel wichtiger sind als Koalitionen, die dann ohnehin nicht zustande kommen.

Haltung im politischen Großen wie im gesellschaftlichen Kleinen, wenn in der Nachbarschaft oder in der Gemeinde unsere Hilfe benötigt wird.“

Zuvor stellte sich unsere Bundestagsdirektkandidatin Sabine Stellrecht – Schmidt vor. Sie betonte, dass die Themen, die sie gerne im Bundestag zum Wohl der Bevölkerung im Sabine kleinLandkreis Miltenberg bearbeiten möchte, sehr vielfältig seien: „Zu meinen eigenen, mir wichtigen Themen gehören unter anderem die Integration – Integration aller in unserer Gesellschaft – gemeinsam miteinander stark sein! Freundschaft, Frieden und Menschlichkeit leben, Voraussetzungen dazu schaffen.“

Landrat Jens Marco Scherf informierte über die Meilensteine in der Zukunftsentwicklung des Landkreises:

  • den Investitionen in der absoluten Rekordhöhe von 18 Millionen besonders in wichtige Bildungsprojekte

der Rückführung der Verschuldung auf einen Tiefststand in diesem Jahrhundert

  • die Entlastung der 32 Gemeinden durch eine Senkung der Kreisumlage von 43 auf 38% innerhalb von 12 Monaten, die neuen Impulse für den Klimaschutz ( E – Mobilität, kreisweites Radwegekonzept, Stärkung des ÖPNV, ein neues dezentrales Beratungskonzept für die BürgerInnen sowie unser Nahwärmenetz in Kooperation mit FRIPA) und
  • die Initiative Fair &Regional – einfach genial.

Die Redeliste führte Obernburgs Bürgermeister Dietmar Fieger an, der ausführte: „Für uns hier in Obernburg und im Landkreis Miltenberg habe ich ein gutes Gefühl, dass das Jahr 2017 ein gutes Jahr werden wird.“ Mit Sorge sehe er aber, dass die Autokraten auf dem Vormarsch seien: in der Türkei, in Rußland und in den USA. Überall lauerten Populisten und hofften auf ihre Chance. Was sei in dieser Situation zu tun?

Bürgermeister Fieger weiter:“ Was ist zu tun in dieser Situation? Ich denke, an dieser Stelle ist das Wort „Trotzdem“ die richtige Vokabel.

  • Lassen Sie uns TROTZDEM mit Hoffnung und Zuversicht auf das neue Jahr 2017 blicken.
  • Lassen Sie uns TROTZDEM weitermachen mit unseren Bemühungen um Flüchtlinge und ihre Integration in unsere Gesellschaft.
  • Lassen Sie uns TROTZDEM den Menschen die Zusammenhänge ausführlich erklären – in der komplizierten Welt von heute gibt es keine einfachen Erklärungen.
  • Lassen Sie uns TROTZDEM nicht alles zu Geld machen, was zu Geld gemacht werden könnte – die Stadt Obernburg hat im Jahr 2015 eine Waldfläche von 26 ha stillgelegt und aus der Bewirtschaftung genommen. “

Autorin: Petra Münzel