10 Jahre Atomkatastrophe Fukushima

Energieeinsparung und der Umstieg auf regenerative Energien ist der einzig richtige Weg

Am 11. März 2021 jährt sich der Super-GAU von Fukushima zum 10. Mal. Bis heute sind die gesundheitlichen und wirtschaftlichen Folgen in der Japanischen Region immens.

Um 14.46 Uhr, des 11. März 2011 ereignete sich vor der Ostküste Japans, 130 Kilometer östlich von Sendai, ein schweres Seebeben (Stärke 9,0 auf der Richterskala). Die Erdstöße verursachten gravierende Schäden im AKW Fukushima Daiichi. Der nachfolgende Tsunami verschärfte die Lage noch weiter. Stromversorgung und Kühlung aller sechs Reaktoren sowie der sieben Abklingbecken mit hochradioaktiven Brennelementen fielen aus. In den Blöcken 1 bis 3 scheitern trotz Schnellabschaltung alle Versuche, die Reaktoren ausreichend zu kühlen. In allen drei Reaktoren kam es deshalb zur Kernschmelze und somit zum Super-GAU. In Block 1 schon am 12. März, in den Blöcken 2 und 3 einige Tage später. Die Explosionen in den Blöcken 1 bis 4 zerstörten auch die Gebäudehüllen.

Über Wochen und Monate ziehen immer neue radioaktive Wolken – je nach Windrichtung – von Fukushima aus über Japan oder den Pazifik. Unter anderem lässt AKW-Betreiber TEPCO mehrfach hochradioaktiven Dampf ab, um Explosionen im Innern der Reaktoren zu verhindern. Vom Unglücksort fließen Millionenkubikmeter radioaktiv verseuchtes Kühlwasser in die Umgebung und ins Meer.

Neben den sechs Reaktoren in Fukushima-Daiichi kommt es aufgrund des starken Erdbebens auch in den vier Reaktoren des AKW Fukushima-Daini, den drei Reaktoren des AKW Onagowa, im AKW Tōkai-2 sowie in der Wiederaufarbeitungsanlage Rokkasho zu kritischen Situationen, wie dem Ausfall von Stromversorgung und/oder Kühlung. Hier kann jedoch noch rechtzeitig wieder alles unter Kontrolle gebracht werden.

Kreisvorsitzende Marion Becker: „Fukushima war nach Tschernobyl 1986, der größte Super-GAU. Alleine die Bezeichnung „GAU = größter anzunehmender Unfall“ ist ziemlich irreführend, weil ein Unfall durch Erdbeben und Tsunami in diesem Ausmaß eben nicht angenommen werden konnte. Gerade die zurzeit stattfindende deutschlandweite Endlagersuche macht uns deutlich bewusst, dass Atomstrom nicht die Lösung sein kann, denn ein Endlager will ja keiner in der Nähe haben.“

Auch in Deutschland ist grundsätzlich ein Super-GAU möglich – dass ein Naturereignis deutlich stärker ausfällt, als beim Bau angenommen, ist nicht einmal besonders unwahrscheinlich in Zeiten der Klimakrise. Hinzu kommen zahlreiche andere Gefahren wie Cyberattacken, Computerviren oder terroristische Angriffe, an die bei der Planung in den 1970er-Jahren noch niemand gedacht hatte. Materialversagen aufgrund des reinen Alters der Anlagen wird mit jedem Tag wahrscheinlicher. Untersuchungen im AKW Neckarwestheim 2 haben im Juni 2020 zum wiederholten Mal in Folge, Schäden in den Dampferzeugern zutage gebracht. Zahlreiche Risse in den Rohrleitungen wurden festgestellt. Seither werde zurecht über eine vorzeitige Abschaltung der Anlage diskutiert.

Bundestagsdirektkandidat Armin Beck: „Atomkraft ist eine unbeherrschbare Hochrisikotechnologie. Trotz Atomausstieg werden uns Rückbau, Zwischenlagerung und die Endlagersuche in Deutschland noch Jahrzehnte hoch belasten. Die letzten AKWs in Deutschland werden voraussichtlich 2022 vom Netz gehen. Bis dahin muss sichergestellt werden, dass von den noch laufenden keine Gefahr für die Bevölkerung ausgeht. Die Sicherheitsstandards müssen konsequent eingehalten und im Zweifel muss frühzeitig abgeschaltet werden.“ Energieeinsparung und der Umstieg auf regenerative Energien sei der einzig richtige Weg.

 

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