Energie und Klima

Energie in Bürgerhand

Die Energiewende ist

  • notwendig, um den Klimawandel zu begrenzen und von der Atomkraft loszukommen
  • eine Chance, denn durch Energiesparmaßnahmen und weniger Abhängigkeit von Exporten durch im Landkreis erzeugte Energie können wir Geld sparen, und die Wertschöpfung vor Ort erhalten

Atomkraft ist eine unkontrollierbare, risikoreiche Technologie, von der wir in unmittelbarer Nähe  betroffen sind (Grafenrheinfeld – ca. 70 km Luftlinie; Philippsburg – ca. 80 km Luftlinie). Auch gibt es bis heute kein Konzept zur Lösung der Endlagerproblematik, so dass die Suche nach potentiellen Endlagern in Zukunft möglicherweise jeden Landkreis  treffen könnte.
Die Nutzung von fossilen Energieträgern wie z.B. Erdöl oder Kohle bringt unser Klima aus dem Gleichgewicht. Als Folge dessen könnten Hochwasserkatastrophen wie in den Gemeinden am Main häufiger werden oder Konsequenzen für die lokale Flora und Fauna aus der globalen Erwärmung resultieren. Die Endlichkeit dieser Ressourcen führt zu steigenden  Weltmarktpreisen und macht uns abhängig von wenigen großen Konzernen und erdölexportierenden Staaten.
Wir Grünen im Landkreis Miltenberg setzen auf eine nachhaltige, generationengerechte Energiepolitik, die uns unabhängig macht von risikoreicher Atomkraft und fossilen Energieträgern.
Wir nehmen die Herausforderung der Energiewende an als ein Projekt, das nicht nur mit aller Kraft vorangetrieben werden muss, sondern betrachten sie auch als Chance für alle:
Für unsere gesamte Region, für den Mittelstand, das Handwerk, das Klima und die Umwelt.
Die Bewahrung unserer natürlichen Lebensgrundlagen sichern wir durch die Bereitstellung emissionsfreier Energie. Nun gilt es, im Landkreis die richtigen Maßnahmen zu treffen und das Konzept für Klimaschutz und Energiewende – unter Beteiligung der BürgerInnen  – tatkräftig umzusetzen. Wir Grüne stehen für eine nachhaltige, sichere und langfristig bezahlbare Energieversorgung, die sozial gerecht sein muss!

Klimaschutz

Wir Grünen fordern:

  • 50 % Reduktion des CO2-Ausstoßes bis 2030 (gegenüber 2009)
  • Umbau der Energieagentur zu einer vom Zentec unabhängigen Stelle, mit besserer Personalausstattung und aktiverer Rolle im Kreis

Energieeinsparung

Wir Grünen fordern:

  • 40 % Energieeinsparung bis 2030, insbesondere durch Schulbaumaßnahmen
  • Beratungs- und Förderprogramm für Privathaushalte und Unternehmen
  • Vernetzung und Unterstützung der Kommunen bei der Umsetzung des Integrierten Klima- und Energiekonzepts

Effiziente Energienutzung

Wir Grünen fordern:

  • Bestandsaufnahme der Einsparpotentiale bei Erzeugung und beim Verbrauch von Energie für öffentliche und nicht-öffentliche Gebäude
  • Energetische Sanierung von öffentlichen Gebäuden
  • Anschluss der Schulen des Kreises in Miltenberg-Nord an die Nahwärmeversorgung durch die Fripa
  • Anschaffung von energiesparsamen Elektrogeräten in allen öffentlichen Gebäuden
  • Kostenfreie Vor-Ort-Beratungen und Schulungen der BürgerInnen

Einsatz erneuerbarer Energien

Wir Grünen fordern:

  • 50 % Energieerzeugung aus erneuerbaren Energien bis 2025
  • 100 % Energieerzeugung aus erneuerbaren Energien bis 2038
  • „EMILja38“ – Energiewende im Landkreis Miltenberg – Jetzt und für Alle!

Bei der Umsetzung der Energiewende im Landkreis Miltenberg ist uns wichtig, dass

  • Effizient geplant und an die Region angepasste, dezentrale Strukturen aufgebaut werden
    • Einrichtung eines Umwelt- und Energieausschusses, um die Aktivitäten des Landkreises politisch zu gestalten
    • jede Kommune soll die Möglichkeit haben, ein individuelles Energiekonzept zu beschließen, das auf die jeweiligen lokalen Gegebenheiten abgestimmt ist
    • Gründung eines Regionalen Energiewerks für Erzeugung, Einkauf und Vermarktung erneuerbarer Energien – Ende der Verschleppung
    • durch die Gründung von Stadt- oder Gemeindewerken erlangen die Kommunen mehr Selbstbestimmung über ihre Energieversorgung
    • regionale Stromnetze sollen in die Hände der Kommunen zurückgeführt werden
  • Eine konsequente und starke BürgerInnenbeteiligung stattfindet
    • die Entstehung von BürgerInnengenossenschaften / Energiegenossenschaften wie der Energiegenossenschaft Untermain, als einen ersten Schritt zu mehr energetischer Selbstverwaltung soll gefördert werden
    • Beitritt des Landkreises zur Klagegemeinschaft Pro Windkraft
    • die BürgerInnen sollen aufgefordert werden, sich mit kreativen Ideen und Lösungen einzubringen und mit den lokalen Energiewerken zusammenzuarbeiten
    • die BürgerInnen sollen bei der Nutzbarmachung von klimafreundlichen, erneuerbaren Energien in eigenen Gebäuden oder auf eigenen Grundstücken unterstützt werden
    • Städte und Gemeinden sollen den BürgerInnen Möglichkeiten anbieten, sich an städtischen / gemeindlichen Windkraftanlagen oder Solarzellen etc. zu beteiligen, oder den BürgerInnen städtische / gemeindliche Gebäude oder Flächen hierfür zur Verfügung stellen
  • Die Wertschöpfung im Landkreis bleibt
    • die Energiewende im Landkreis Miltenberg soll unabhängig von großen Energiekonzernen werden und gemeinsam mit Mittelstand und Handwerk aus der Region gestaltet und umsetzt werden. Nur so kann die örtliche Versorgungssicherheit gewährleistet werden
    • so werden vor Ort zusätzliche zukunftsfähige Arbeitsplätze geschaffen, um die regionale Wirtschaftskraft zu sichern
    • Nutzung der Möglichkeiten, die es speziell im Landkreis gibt (z.B. Holz, Klein-Wasserkraftwerke) zur Umsetzung der Energiewende
    • Biomasse, die als land- und forstwirtschaftliche Abfälle anfällt, wird im Landkreis genutzt. Wir setzen uns ein gegen Maismonokulturen und gezielten Anbau von Biomassepflanzen