Kreistagsfraktion für einen Nationalpark im Spessart

Für die Ausweisung eines Nationalparks im Spessart sprach sich die Kreistagsfraktion von Bündnis 90/DIE GRÜNEN aus. Die Entscheidung fiel nach intensiver Diskussion in ihrer Fraktionssitzung am Freitag, 24.02.2017 in Erlenbach.

Kreisrätin Marion Becker begrüßte den Beschluss und erinnerte daran, dass auf lediglich 5 Prozent des Spessarts nicht mehr eingegriffen werden dürfe. Auf dem Rest könne der Wald wie bisher bewirtschaftet werden. Außerdem zeigte sie sich überzeugt, dass es im Spessart auch viele Befürworter und Befürworterinnen eines Nationalparks geben würde.

Ansgar Stich sieht in einem Nationalpark eine Chance für die Artenvielfalt. „ Natürlich muss man genau hinschauen, welche Auswirkungen ein Nationalpark auf die dort lebende Bevölkerung hat. Aber es muss auch möglich sein eine Haltung zu entwickeln, die sagt,  dass man nicht alles zu Geld machen muss, was man zu Geld machen kann“, so Stich.

Auf die Funktion des Landrats Jens Marco Scherf als Brückenbauer wies Nina Hecht hin: „Unser Landrat tritt in einen intensiven Dialog mit der gesamten Bevölkerung – mit Befürwortern und Befürworterinnen sowie mit Gegnern und Gegnerinnen des Nationalparks. Er stellt sich den Diskussionen, nimmt die Fragen und Sorgen auf und leitet diese ins Umweltministerium nach München weiter, so dass dort maßgeschneiderte Konzepte für unsere Region erarbeitet werden können. Dies ist ein konstruktiver, wertschätzender Umgang mit der ortansässigen Bevölkerung“,  lobte Nina Hecht.

Fraktionsvorsitzende Petra Münzel forderte die Staatsregierung zu einem proaktiven Vorgehen auf. „Es reicht nicht, den Bürgermeistern anzubieten, auf deren Bitten hin in die Kommunen zu kommen. Das ist viel zu defensiv. Die Staatsregierung muss jetzt aktiv auf die Menschen zugehen, von sich aus den Dialog mit den Betroffenen suchen, ihre Expertinnen und Experten in die Gemeinden schicken, damit diese zusammen mit den Bürgerinnen und Bürgern gemeinsame Lösungen entwickeln. Außerdem muss die Staatsregierung den Bürgerinnen und Bürgern konkret sagen, was sie damit meint, wenn sie sagt, dass es einen Nationalpark im Spessart nur gibt, wenn sich eine Mehrheit dafür findet. Wie wird die Mehrheit ermittelt? Durch Gemeinderatsbeschlüsse? Durch Bürgerentscheide?“, forderte Münzel mehr Klarheit.