Zukunftsfähiger Haushalt: Investitionen in Bildung, mehr Busse und Schwimmbadförderung eröffnen Perspektiven

Herausforderungen, vor allem im Bildungsbereich, prägten die Fraktionssitzung der Kreistagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen. Beim Ortstermin in der Obernburger Berufsschule erläuterte Schulleiter Bernd Kahlert das Sanierungsvorhaben und lobte dabei zum einen die im Haushalt vorgesehene Aufstockung des IT-Personals als existenziell für unseren Schulbetrieb. Zum anderen umriss er die Herausforderungen der Digitalisierung, die sich von der Hardware bis hin zu hohen Lizenzkosten für absolut notwendige Computerprogramme in Vielem zeigten.

„Insbesondere die Digitalisierung beschäftigt den Landkreis als Zukunftsaufgabe, deren Erfüllung hundertprozentig nötig ist“, betonte Landrat Jens Marco Scherf. „Zugleich bedeute die Digitalisierung aber auch einen finanziellen Kraftakt, den wir aber bereit sind mit Bundes- bzw. Landeshilfe zu stemmen“, ergänzte Fraktionssprecher Ansgar Stich.

Der zukünftige Investitionsschwerpunkt Berufsschule mit den Standorten in Miltenberg und Obernburg, parallel zu den Generalsanierungen der Gymnasien in Erlenbach und Miltenberg, führt die bisherige Schwerpunktsetzung in die Zukunft fort. „Der Kreishaushalt 2018 ist ein Zukunftshaushalt, da er die millionenschweren Investitionen in die Bildung ohne zusätzliche Schuldenlast für die nächste Generation stemmt.“, so Kreisrätin Nina Schüßler. „Die junge Generation erwarte nicht nur eine lebenswert hinterlassene Umwelt, sondern auch dass sie nicht finanziell erdrückt wird von den Schulden, die ihre Eltern angehäuft haben. Da ist der Landkreis Miltenberg mit seinem maßvollen Wirtschaften ebenso wie mit dem ökologischen Sanierungsprogramm seiner öffentlichen Gebäude ein Vorbild für manch andere Einrichtungen!“, betonte die Kreisrätin.

Die Kreisumlage bleibt mit 38% die niedrigste in Bayern. „Wir schonen trotz Rekordinvestitionen weiterhin die Geldbeutel unserer Kommunen im Interesse der Bürger vor Ort!“, pflichtete Kreisrätin Hannelore Kreuzer bei: „Bürgerfreundlichkeit und Transparenz erwarten die Menschen vor Ort zu recht von uns.“ „Der Abbau der Schulden von 55 auf 22 Millionen in den letzten 10 Jahren ist ein Erfolg der klaren Prioritätensetzung und des vorausschauenden sowie realitätsgetreuen Kalkulierens der Kämmerei“, so Kreisrätin Petra Münzel, „Wirtschaftliche Vernunft und grüne Perspektiven vertragen sich aufs Vortrefflichste.“

Kreisrat Ansgar Stich hob die besondere Bedeutung der Förderung des Schwimmens durch den Kreis hervor: „Diese 150.000 Euro sind direkte Zukunftsinvestitionen. Wir helfen den Gemeinden beim Erhalt der kommunalen Schwimmbäder und dies ist Ausdruck einer wirkungsvollen Jugendhilfe.“ Der Zuschussbedarf der Jugendhilfe steigt von 9,9 Millionen Euro im vergangenen Jahr auf rund 11,3 Millionen Euro in 2018. „Diese Kosten müssen wir tragen, das ist in Ordnung“, so Kreisrätin Marion Becker, es stehe hinter jedem Euro auf diesem Haushaltsposten eine Hilfe für Kinder, Jugendliche und Familien, wie z.B. der Ausbau der Jugendsozialarbeit oder die neuen Familienstützpunkte.

Landrat Jens Marco Scherf hob neben Bildung und Digitalisierung den öffentlichen Nahverkehr hervor. Neben dem Erfolg der Priorisierung der Maintalbahn in Sachen Elektrifizierung als Nr. 1 in Bayern, finden sich im Kreishaushalt neue Busverbindungen nach Würzburg wieder. Weiter arbeite man an der Umsetzung einer länderübergreifenden Expressbuslinie zum Anschluss des Landkreises ans S-Bahn-Netz.

Autor: Ansgar Stich